Wie bringt der Fotograf einfach über das Internet seine Bilder zum Betrachter?

Lesezeit ca. 8 Minuten

Das Internet bietet Fotografen viele Möglichkeiten seine Bilder zu präsentieren, mit Kunden abzustimmen bzw. an den Kunden zu liefern. Ich habe mich mit der Frage beschäftigt, wie die Bilder einfach ins Netzt gestellt, bzw. über das Netz dem Kunden geliefert werden können. Das ist aber je nach Zweck sehr unterschiedlich.

Und je nach Zweck sind auch andere Wege besser geeignet. Um den besten Weg für meine Zwecke zu finden, habe ich recherchiert und genau definiert, was ich will. Dabei bin ich auch auf die Anforderung und Lösung anderer Fotografen gestoßen.

Für welche Zwecke nutzen Fotografen also das Internet und welche Dienste nutzen sie dazu?

  • Hochauflösende Bilder dem Kunden ausliefern
    • Wetransfer
    • Box
    • Dropbox
    • FTP-Server
  • unbearbeitete und bearbeitete Bilder aus einem time for prints shooting dem Model bereitstellen
    • Wetransfer
    • Box
    • Dropbox
  • Bilder in einer Community zeigen
    • flickr
    • 500px
  • Bilder über eine Microstockagentur verkaufen
    • Uploadtools der Anbieter (Programm auf dem Rechner)
    • Webseite des Anbieters
  • Bilder auf einem System ausserhalb der eigenen Räume sichern (Datensicherung)
  • Bilder auf der eigenen Webseite präsentieren

Bestimmt gibt es noch andere Zwecke, die ich hier nicht aufgeführt habe.

Auch bei der Bereitstellung von Bildern im Netz führen viele Wege zum Ziel. Und jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile. Jeder muss hier abwägen, welchen Weg er gehen will. Oft sind einem auch die Vor- und Nachteile nicht sofort bewußt.

So habe ich nach einem time for prints shooting dem Model alle Bilder per Wetransfer zukommen lassen. Allerdings mit dem Ergebnis, dass eine E-Mail bei mir im Postfach landete, mit der Bitte, die 3 GB an JPEG-Dateien in einigen Wochen nochmals zu schicken. Das Model war auf Reisen und konnte wegen schlechter Anbindung die Daten nicht abrufen. Wetransfer löscht aber nach 7 Tagen die Daten.

Das war der Anlass mich nach Lösungen umzusehen. Box und Dropbox, aber auch andere Cloud-Dienste sind für mich nicht unbedingt die Lösung. Beide können nicht zusichern, dass die Daten in der EU liegen. Und rein aus Gründen des Datenschutzes habe ich da schon meine Probleme Bilder, die in den Exif-Daten auch personenbezogene Daten (Name des Models, ggf. Alter) und GPS-Daten enthalten, irgendwo abzulegen. Denn sie könnten unter Umständen geeignet sein ein Bewegungsprofil zu erstellen.

Viele Fotografen lösen dieses Problem mit einer NAS, die aus dem Internet erreichbar ist. Hier sehe ich aber ein Problem bei der Anbindung, denn meine DSL-Verbindung auf dem Land ist nicht die schnellste. Bei einem Upload von 2,4 Mbit dauert es natürlich länger für den, der sich hochauflösende Bilder ansehen möchte. Für mich habe ich das über einen virtuellen Server im Internet gelöst. Auf die Möglichkeiten dieses Servers gehe ich in weiteren Beiträgen ein. Und zeige, wie man mit Open Source sich dort einen eigenen Cloudserver einrichtet, bei dem die Daten garantiert in Deutschland liegen. Als Highlight aber auch, wie man einen Fotoserver ähnlich wie flickr selbst betreiben kann.

In diesem ersten Teil zeige ich Euch zunächst meine Lösung für die eigene Homepage. Diese betreibe ich mit WordPress. Obwohl ich HTML5, den Dreamweaver und Pinegrow Designer beherrsche, habe ich mich Anfang des Jahres für WordPress entschieden. WordPress bietet den Vorteil, dass ich auch, ohne den Editor für HTML auf einem Rechner zu starten, meine Beiträge veröffentlichen kann.

Für die Gestaltung der Seite gibt es Layoutvorlagen, die sogenannten Themes. Manche sind weniger für Fotografen geeignet, manche besser. Es gibt unzählige davon. Einen guten Überblick über für Fotografen geeignete Themes gibt Michael Omori Kirchner auf seiner Webseite. Diese Seite kann ich nur empfehlen. Selbst bin ich immer noch bei dem Theme Twenty Seventeen hängengeblieben. Auch wenn mich bei diesem stört, dass in der Blogvorschau die Bilder fehlen.

Ebenso erachte ich es als Vorteil, dass es für WordPress fertige Plugins gibt, die lästige Aufgaben, wie das Hinzufügen einer Pop-Up-Meldung über Cookies mit wenigen Klicks erledigen.

Und für WordPress und Lightroom gibt es ein Plugin, das Bilder direkt von Lightroom nach WordPress synchronisiert. Die meisten Fotografen erledigen heute ihre Bildverwaltung in Lightroom. Dort werden Schlagworte hinzugefügt, Informationen wie den Titel und die Bildbeschreibung eingetragen. All diese Informationen nochmals einzugeben ist natürlich lästig. Die Erwartung des Fotografen ist zurecht, dass einmal in Lightroom eingegebene Daten auch auf der Webseite erscheinen. Und das möglichst auch, wenn Daten sich in Lightroom geändert haben.

Diese Aufgabe erledigt bei mir das Plugin WP/LR Sync. Dieses Plugin ist kostenpflichtig und kann in zwei Varianten lizensiert werden, als Abo (jährlich pro Webseite) oder als Einmallizenz für bis zu 3 Webseiten. Ändert sich etwas an den Metadaten in Lightroom, schlägt das Plugin mir vor, die Bilder erneut zu veröffentlichen. Es bietet aber auch die Möglichkeit alle Bilder erneut zu veröffentliche, wenn sich z.B. das Wasserzeichen geändert hat.

Die Veröffentlichung kann einmal erfolgen, in dem die Bilder als neue Medien nach WordPress hochgeladen werden. Dies ist praktisch, wenn ich ein einzelnes Bild in den Blog einbinden möchte.

Zum anderen besteht die Möglichkeit neue Artikel anzulegen oder neue Seiten. Ich verwende die Möglichkeit der Seitenerstellung. Hier wird für eine Sammlung innerhalb von Lightroom eine neue Seite in WordPress angelegt (als Entwurf). Besteht die Seite schon, dann wird die Galerie auf dieser Seite aktualisiert, also die neuen Bilder hinzugefügt. Ein Beispiel einer solchen in Lightroom verwalteten Seite ist die Seite Landschaften.

Ob neue Artikel oder Seiten angelegt werden wird in dem WordPress-Plugin eingestellt. Um zu erfahren, welche Einstellungen in den beiden Plugins zu machen sind, verweise ich auf die Webseite von Jordy Meow, dem Entwickler des Plugins und Fotograf.

Hier zeige ich meine Vorgehensweise am Beispiel der Seite Landschaften und dann mit einem einzelnen Bild, dass ich in einen Beitrag einbinde. Aktuell sieht die Seite Landschaften so aus:

In Lightroom ist die Seite eine Sammlung innerhalb des Veröffentlichungsdienstes für meine Webseite gerhard-rauth.com.

Die bereits auf der Seite veröffentlichten Bilder finden sich in dieser Sammlung.
Nach der Bildbearbeitung und dem Hinzufügen der Informationen ziehe ich die Bilder in die Sammlung (drag `n´ drop).

Innerhalb der Sammlung erscheint nun der Bereich mit Bildern, die veröffentlicht werden sollen, ebenso taucht nun der Button zum Veröffentlichen am obern Rand auf.

Nach dem Veröffentlichen gibt es innerhalb von WordPress eine neue Revision der Seite. Ohne weiters Hinzutun hat sich die Seite, bzw. die darauf enthaltene Galerie aktualisiert. Auch das Beitragsbild der Seite wurde aktualisiert. Dies lässt sich ebenfalls in Lightroom einstellen, in dem das Bild in Lightroom über das Kontextmenü als Titelbild der Sammlung ausgewählt wird.

Die Webseite ist nun aktualisiert, ohne das in WordPress irgendetwas ausgeführt werden musste.

Was aber, wenn ich einen Beitrag schreiben will und hierzu Bilder hinzufügen möchte. Auch hierzu nutze ich das Plugin. Bilder, die nicht auf Seiten automatisch hinzugefügt werden sollen, füge ich der Sammlung Photos hinzu. Alle hier eingefügten Bilder erscheinen in der Medienübersicht von WordPress und können dann für Artikel verwendet werden.

Auch hier wird das Bild durch Ziehen in die Sammlung und dann mit dem Veröffentlichen WordPress hinzugefügt.
Dort kann es nun in einen Artikel über Dateien hinzufügen eingesetzt werden. In der Medienübersicht sieht man, dass die Informationen in den Metadateien in WordPress übernommen wurden. Im Artikel selbst erscheint nun die bereits in Lightroom erstellte Bildunterschrift.

Sollte Ihr Fragen haben, stellt sie über die Kommentarfunktion hier. Gerne werde ich versuchen sie zu beantworten.

In einem der nächsten Beiträge werde ich dann auf die Kombination eines virtuellen Servers mit eigener Cloud eingehen.

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