Seitenverhältnisse

Vor Kurzem ging es um die Frage Quer- oder Hochformat. Dem Beitrag habe ich auch erwähnt, dass extreme Formate die Wirkung verstärken. Das Extreme liegt da in den Seitenverhältnissen.

Wenn die Bildaussage nicht durch ein extremes Seitenverhältnis verstärkt werden soll, dann greifen wir auf ein ausgewogenes Seitenverhältnis zurück. Eines das wir kennen, dass den Vorgaben in der Software entspricht oder dem Papierformat beim Ausdrucken.

Doch was ist ein ausgewogenes Seitenverhältnis? Was lässt ein Bild in einem bestimmten Seitenverhältnis harmonisch erscheinen?

Der Goldene Schnitt

Dieser Frage gingen Künstler in allen Epoche nach. Und sicher haben Sie schon vom Goldenen Schnitt gehört. Hier wird eine Strecke in einen kleineren und einen größeren Abschnitt geteilt, wobei sich der kleine Abschnitt zu dem Größeren genauso verhält, wie der Größere zur ganzen Strecke.

Auf die exakte Bestimmung möchte ich hier nicht weiter eingehen. Die Teilung verhält sich wie 8:13; angenähert 5:8 oder 3:5. Bilder in diesen Seitenverhältnissen werden als ausgewogen empfunden. Auch in der Architektur findet der Goldene Schnitt seine Anwendung. Diese tradierte Sichtweise ist allerdings durch konkurrierende Formate wie das DIN-Normalformat oder Fernsehformate heute beeinflusst. Im Vergleich zum DIN-Format, erscheinen vielen Betrachtern Bilder im Golden Schnitt als langgezogen.

In der Fotografie hat sich das Kleinbildformat mit 2:3 durchgesetzt, dies ist eine Annäherung an den Goldenen Schnitt. Aber auch für die Bildgestaltung hat der Goldene Schnitt eine große Bedeutung.

Last stop before home
Seitenverhältnis im Goldenen Schnitt
Last stop before home
Seitenverhältnis im DIN-Format

Das DIN-Format

Die Formate in der Reihe der DIN-Normalformate wurden nicht für die Fotografie entworfen. Sie folgen der Zweckmäßigkeit beim klassischen Druck. Um die Höhe zu errechnen wird die Breite mit dem Faktor aus der Quadratwurzel multipliziert.

Der ganze DIN-Bogen, DIN-A0 hat ein Format von 1189 x 841 mm. Durch das jeweilige Halbieren entstehen so die kleineren Formate, wie DIN A4 mit 297 x 210 mm und DIN A5 mit 210 x 148 mm.

Das Quadrat

Von der Aussage des Seitenverhältnisses ist das Quadrat langweilig und beliebig. Es unterstützt keine Bildaussage, im Gegenteil, das Quadrat kann durch seine Neutralität eine Bildaussage auch schwächen. Deshalb ist die Bildgestaltung im Quadrat sehr schwierig. Bei den Mittelformatkameras im Format 6×6 war die Intention nicht ein quadratisches Format für die Vergrößerungen bereitzustellen. Es diente der Freiheit während der Aufnahme nicht auf das Format achten zu müssen und aufgrund des größeren Negatives die Möglichkeit der Ausschnittsvergrößerung im gewünschten Seitenverhältnis zu bieten.

Das Quadrat eigene sich für Aufnahmen mit einer zentralen Aussage. Mittenbetonte Bilder mit einer sachlichen Darstellung sind geeignet für das Quadrat, aber auch Aufnahmen die in Serie nebeneinander abgebildet werden sollen und so in ihrer Gesamtheit wieder ein Rechteck bilden.

Störend wirkt sich hier ein ungleichmäßiger Bildaufbau aus. Deshalb ist dieser zu vermeiden.

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