Box Reloaded

Vor ein paar Wochen habe ich mir, in einem Anflug von Nostalgie, eine Agfa Synchro Box bei eBay ersteigert. Die Kamera ist sehr einfach ausgeführt. Zwei Blenden und ein eingebauter Gelbfilter und zwei Einstellungen für den Verschluss, Zeitaufnahme (B) und Momentaufnahme, sind die einzigen Dinge, die man einstellen kann.

Die Lichtverhältnisse müssen auch stimmen. Die günstige Kamera war für den Urlaub gedacht, in Zeiten, in denen Farbfilm noch teuer war.

Also habe ich heute das schöne Wetter genutzt und einen Rollei 100 in die Kamera getan. Bis es nun Bilder gibt dauert. Denn der Film ist noch nicht voll und dann muss er noch entwickelt werden. Da meine Vergrößerer nur Masken bis 6×6 haben, muss ich auch das Filmmaterial scannen. Analog dauert – steigert aber auch die Vorfreude!

Agfa box reloaded
Heute habe ich meine »neue« Agfa Box mit einem Film geladen – Box Reloaded.

Peter Gowland’s Girls im zephyr Mannheim

Ja das Wetter an diesem Wochenende zeigt sich nicht von seiner besten Seite.   Da bietet sich doch ein Museumsbesuch an. Die Ausstellung Peter Gowland’s Girls im zephyr wurde verlängert und ist noch bis zum 1. Mai zu sehen. Peter Gowland, „America’s No. 1 Pin-Up Photographer” so die New York Time 1954, arbeitete mit seinen Fotografien schöner Frauen an Stränden eifrig am Mythos von der in Kalifornien ewig scheinenden Sonne mit.

Ewige Sonne – also genau das richtige Kontrastprogramm zum Wetter. Morgen am Sonntag, 19.02. um 16:00 Uhr, findet die nächste öffentliche Führung statt. Wem dies zu kurzfristig ist, der sollte sich den 19.03. vormerken.

Winterträume

Noch bis zum 08.04.2017 findet in der Leica Galerie Wien die Ausstellung „Winterträume“ mit Aktfotografien des Landschaftsmalers Alfons Walde statt.

Alfons Walde um 1940
Alfons Walde um 1940

Der Maler Alfons Walde (1891–1958) nutze wohl seine Fotografien auch als Vorlage für seine Gemälde. Mit seiner Leica gehörte er zu den Farbfilmpionieren. Seine Fotografien, in Farbe als Dia aufgenommen, blieben nach seinem Tod im Nachlass verborgen. Erst 2014 wurden sie bei WestLicht gezeigt. Dort sind auch limitierte Editionen der Bilder erhältlich.

Berühmte Aktfotografien

Zum ersten Mal sah ich »Naked Vine« in Die Kunst der Schwarzweißfotografie: Akt. Ein Geburtstagsgeschenk meiner damaligen Frau zu meinem 39. Geburtstag. Ein Buch, das mich sehr inspiriert hat und es immer noch tut.

© John Swannell, 1985 - Naked Vine
Naked Vine von John Swannell, 1985

Naked Vine ziert die Rückseite des Buches und wird im Kapitel Aufnahmeorte beschrieben1. Ich empfinde dieses Bild als sehr ausdrucksstark. Die Reduktion auf Schwarzweiß schafft eine Harmonie in den Tönen, die Verbindung zwischen weiblichen Körper und der knorrigen Rebe ergeben einen Kontrast. Beim Betrachten wird in mir das Bild der weiblichen Natur gefangen in einer Mauerecke geweckt. Obwohl der Frauenkörper nur am unteren Bildrand zu sehen ist, nimmt er doch in der Bildaussage einen großen Anteil ein.

So fand ich diese wunderbare alte Rebe, die in Argyll an einer Wand emporwuchs. Ich wusste sofort, dass sie ein perfektes Bildelement abgeben würde. Die Kletterpflanze hatte Charakter und wies so viele Strukturen und Formen auf, dass sie den perfekten natürlich gewachsenen Hintergrund zur zarten Haut eines Modells bildete.2 – John Swannell

Ich lade Sie dazu ein, das Werk von John Swannell auf seiner Webseite zu entdecken.


  1. Die Kunst der Schwarzweißfotografie: Akt, S. 78 ↩︎
  2. Die Kunst der Schwarzweißfotografie: Akt, S. 78 ↩︎

Seitenverhältnisse

Vor Kurzem ging es um die Frage Quer- oder Hochformat. Dem Beitrag habe ich auch erwähnt, dass extreme Formate die Wirkung verstärken. Das Extreme liegt da in den Seitenverhältnissen.

Wenn die Bildaussage nicht durch ein extremes Seitenverhältnis verstärkt werden soll, dann greifen wir auf ein ausgewogenes Seitenverhältnis zurück. Eines das wir kennen, dass den Vorgaben in der Software entspricht oder dem Papierformat beim Ausdrucken.

Doch was ist ein ausgewogenes Seitenverhältnis? Was lässt ein Bild in einem bestimmten Seitenverhältnis harmonisch erscheinen?

Der Goldene Schnitt

Dieser Frage gingen Künstler in allen Epoche nach. Und sicher haben Sie schon vom Goldenen Schnitt gehört. Hier wird eine Strecke in einen kleineren und einen größeren Abschnitt geteilt, wobei sich der kleine Abschnitt zu dem Größeren genauso verhält, wie der Größere zur ganzen Strecke.

Auf die exakte Bestimmung möchte ich hier nicht weiter eingehen. Die Teilung verhält sich wie 8:13; angenähert 5:8 oder 3:5. Bilder in diesen Seitenverhältnissen werden als ausgewogen empfunden. Auch in der Architektur findet der Goldene Schnitt seine Anwendung. Diese tradierte Sichtweise ist allerdings durch konkurrierende Formate wie das DIN-Normalformat oder Fernsehformate heute beeinflusst. Im Vergleich zum DIN-Format, erscheinen vielen Betrachtern Bilder im Golden Schnitt als langgezogen.

In der Fotografie hat sich das Kleinbildformat mit 2:3 durchgesetzt, dies ist eine Annäherung an den Goldenen Schnitt. Aber auch für die Bildgestaltung hat der Goldene Schnitt eine große Bedeutung.

Last stop before home
Seitenverhältnis im Goldenen Schnitt
Last stop before home
Seitenverhältnis im DIN-Format

Das DIN-Format

Die Formate in der Reihe der DIN-Normalformate wurden nicht für die Fotografie entworfen. Sie folgen der Zweckmäßigkeit beim klassischen Druck. Um die Höhe zu errechnen wird die Breite mit dem Faktor aus der Quadratwurzel multipliziert.

Der ganze DIN-Bogen, DIN-A0 hat ein Format von 1189 x 841 mm. Durch das jeweilige Halbieren entstehen so die kleineren Formate, wie DIN A4 mit 297 x 210 mm und DIN A5 mit 210 x 148 mm.

Das Quadrat

Von der Aussage des Seitenverhältnisses ist das Quadrat langweilig und beliebig. Es unterstützt keine Bildaussage, im Gegenteil, das Quadrat kann durch seine Neutralität eine Bildaussage auch schwächen. Deshalb ist die Bildgestaltung im Quadrat sehr schwierig. Bei den Mittelformatkameras im Format 6×6 war die Intention nicht ein quadratisches Format für die Vergrößerungen bereitzustellen. Es diente der Freiheit während der Aufnahme nicht auf das Format achten zu müssen und aufgrund des größeren Negatives die Möglichkeit der Ausschnittsvergrößerung im gewünschten Seitenverhältnis zu bieten.

Das Quadrat eigene sich für Aufnahmen mit einer zentralen Aussage. Mittenbetonte Bilder mit einer sachlichen Darstellung sind geeignet für das Quadrat, aber auch Aufnahmen die in Serie nebeneinander abgebildet werden sollen und so in ihrer Gesamtheit wieder ein Rechteck bilden.

Störend wirkt sich hier ein ungleichmäßiger Bildaufbau aus. Deshalb ist dieser zu vermeiden.

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